Draussen abfangen
Die Markise verschattet Südfassade und Fenster, bevor Sonnenenergie in die Räume gelangt.
Smart Home · Praxisbericht
Wie Markise, Raffstoren, Raumklima und Licht im Hitzesommer zusammenarbeiten – und warum die klassischen Taster trotzdem bleiben.
Die Anlage basiert weitgehend auf Loxone-Standardfunktionen. Wenige Anpassungen verbinden sie mit der realen Ausrichtung und Geometrie unseres Hauses.
Die Markise verschattet Südfassade und Fenster, bevor Sonnenenergie in die Räume gelangt.
Raffstoren greifen erst ein, wenn flachere Sonne unter die Markise auf die Fenster trifft.
Die Raumtemperatur gibt die Beschattung primär frei; Sonne, Richtung und Sicherheit müssen ebenfalls passen.
Präsenz aktiviert je nach Tagesabschnitt eine passende, raumspezifische Lichtstimmung.
Die Strategie vermeidet maximale Dunkelheit: Erst schützt die Markise grossflächig, dann schliessen die Raffstoren gezielt die verbleibende Lücke.
Die Markise hält direkte Strahlung von Fassade und Fenstern fern. Die Raffstoren können offen bleiben.
Erreicht Licht den Bereich unter der Markise, übernehmen die Raffstoren die fensternahe Beschattung.
Ohne ausreichenden thermischen Bedarf startet die Beschattung nicht allein wegen des Sonnenstands.
Die Aufnahmen stammen aus der produktiven Anlage. Sie enthalten keine Netzwerk-, Zugangs- oder Konfigurationsdetails.
Früher hing Beschattung und Licht stärker von manueller Bedienung ab. Die Beschattung wurde dadurch zu wenig genutzt, Räume heizten sich unnötig auf oder blieben nach einer manuellen Fahrt länger dunkel als nötig. Beim Licht galt dasselbe in kleinerem Massstab: Eine vorhandene Funktion hilft wenig, wenn man jedes Mal daran denken muss.
Die Lösung war keine neue Bedienoberfläche, sondern ein verlässlicher Normalfall. Die Anlage fängt Sonne rechtzeitig ab, wählt beim Betreten eines Raums eine passende Lichtstimmung und respektiert dennoch jede manuelle Entscheidung.
Aussenliegender Sonnenschutz hält einen Teil der direkten Sonnenstrahlung vor dem Glas zurück. Markisen und andere äussere Verschattungen schützen Fenster und Fassade, bevor Wärme in die Räume gelangt.
Auf unserer Südseite bildet die Markise die erste Stufe. Bei hoch stehender Sonne entsteht ein breiter Schutzschirm vor Fassade und Fenstern. Was draussen abgefangen wird, muss drinnen nicht aktiv entfernt werden.
Die kontrollierte Wohnungslüftung unterstützt den sommerlichen Betrieb mit FreeCooling, beeinflusst die Raumtemperatur nach unserer Erfahrung aber nur begrenzt. Entscheidend ist vor allem, den Wärmeeintrag früh zu reduzieren.
Solange die Markise die hoch stehende Sonne abfängt, bleiben die Raffstoren offen. Dadurch gelangt weiterhin Tageslicht in die Räume und der Blick nach draussen bleibt erhalten.
Erst wenn die flachere Vormittagssonne unter der Markise direkt auf die Fenster treffen kann, übernehmen die Raffstoren. Am Nachmittag schirmt die umliegende Geografie diesen tieferen Einfall ab. Die Automation bildet damit nicht eine theoretisch symmetrische Sonnenbahn ab, sondern die reale Situation am Gebäude.
Die Raumtemperatur ist das primäre Freigabekriterium. Sonnenstand, Richtung, Sonnensignal und Sicherheitszustand müssen ebenfalls passen, starten die Beschattung ohne ausreichenden thermischen Bedarf aber nicht.
Eine kleine Hysterese verhindert unnötiges Hin und Her. Wetteralarme haben Vorrang vor der Markisenautomatik. Eine manuelle Beschattungsfahrt setzt die Automatik für den restlichen Tag oder bis zu einem bewussten Reset aus.
Jeder Raum besitzt einen Präsenzmelder. Das Zeitmodell gilt im ganzen Haus gleich, die gewählten Lichtkreise, Helligkeiten und Farbtemperaturen sind jedoch passend zum Raum eingestellt:
Eigene Helligkeitsschwellen passen die Umschaltpunkte an den realen Alltag an.
Weicheres Licht begleitet die Übergänge zwischen Nacht und Tag.
Reduzierte Orientierung bleibt bis zur Morgendämmerung aktiv. Schlafengehen wird nicht erraten, sondern mit einem verständlichen Tastendruck gesetzt.
Im normalen Alltag muss das Licht nirgends manuell eingeschaltet werden. Wird eine Stimmung trotzdem von Hand geändert, bleibt diese Wahl bis zum Ausschalten bestehen.
Das Ziel lautet nicht keine Taster, sondern weniger unnötige Tastendrücke. Licht und Beschattung bleiben direkt bedienbar. Das ist für Gäste und Familienmitglieder wichtiger als eine besonders clevere App.
Die Automation trifft den häufigsten sinnvollen Entscheid. Der Mensch behält das letzte Wort.
Eine Beschattung passt nicht in jedem Moment millimetergenau. Kleine Abweichungen vom Optimum nehmen wir bewusst in Kauf: Perfektion ist der natürliche Feind von gut.
Das Projekt ist abgeschlossen und produktiv. Es läuft so, wie es soll, und darf deshalb bleiben, wie es ist. Neue Änderungen ergeben sich aus echten Anforderungen wie Umbauten oder neuen Produkten – nicht aus dem Wunsch, in einem permanenten Smart-Home-Labor zu leben.