KI & Astrofotografie

Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026

Wie aus 151 RAW-Aufnahmen mit astronomischen Berechnungen und KI-Unterstützung eine geometrisch kalibrierte Fotomontage entstand.

Praxisbericht · Astrofotografie: Patrick und Codex mit GPT-5.6 Sol, Reasoning Ultra

Sieben vergrössert dargestellte Phasen der partiellen Sonnenfinsternis über der abendlichen Landschaft
Sieben ausgewählte Phasen; ihre berechneten Mittelpunkte sind unverändert, der Sonnendurchmesser ist für die Bildschirmdarstellung auf das 1,7-Fache vergrössert.

Wie Codex bei der Rekonstruktion half

Die Fotostrecke entstand in Codex mit GPT-5.6 Sol und Reasoning Ultra. Das System unterstützte den gesamten technischen Arbeitsprozess: Es analysierte die Aufnahmeserie, entwickelte das geometrische Verfahren, führte die einzelnen Verarbeitungsschritte aus und dokumentierte die Ergebnisse.

Die eigentlichen Sonnen- und Landschaftspixel stammen vollständig aus realen RAW-Aufnahmen. Codex erzeugte keine künstlichen Sonnenphasen und ergänzte keinen Himmel. Zeitkorrektur, Ephemeriden und Bildpositionen wurden deterministisch berechnet und anschliessend anhand der Aufnahmen kontrolliert. Die KI war damit Werkzeug und ausführender Analysepartner – nicht die Quelle des fotografischen Motivs.

Das Ergebnis in Kürze

  • Aus 151 CR2-Dateien entstand eine kalibrierte Rekonstruktion der sichtbaren Sonnenbahn über dem real fotografierten Horizont.
  • Die stärkste fotografierte Bedeckung liegt nur rund zehn Sekunden nach dem berechneten Maximum.
  • Zwölf Phasen bilden die massstäbliche Referenz; sieben vergrösserte Phasen dienen der gut lesbaren Präsentation.
  • Keine Sonne wurde individuell passend verschoben. Landschaft, Bäume und Stromleitungen blieben Bestandteil der Aufnahme.
  • Die Positionen sind astronomisch und fotografisch begründet, aber keine zentimetergenaue Vermessung.

Wer vor allem das Ergebnis sehen möchte, kann nach dem Beobachtungsbericht direkt zu Drei Fassungen und zwei Einzelphasen und Was das Gesamtbild belegt – und was nicht springen. Die Abschnitte dazwischen dokumentieren die technische Herleitung.

Ein sehr knappes Zeitfenster am Abend

Am Abend des 12. August 2026 konnte ich von meinem Beobachtungsstandort bei 46,7540° N und 7,6750° E eine aussergewöhnlich tiefe partielle Sonnenfinsternis fotografieren. Für diesen Standort ergibt die astronomische Berechnung eine maximale Flächenbedeckung der Sonne von rund 91,5 Prozent. Das Maximum lag berechnet um 20:19:07,7 Uhr CEST. Zu diesem Zeitpunkt stand die Sonne scheinbar nur noch knapp 3,5 Grad über dem astronomischen Horizont.

Das machte die Beobachtung zu einem Wettlauf gegen den Sonnenuntergang und gegen den örtlichen Horizont. Die berechnete partielle Phase begann um 19:25:36 Uhr CEST. Das rechnerische Ende folgte erst um 21:09:51 Uhr, dann aber bei einer scheinbaren Sonnenhöhe von etwa minus 4,1 Grad und damit längst unter dem Horizont. Fotografisch sichtbar war also nur ein Ausschnitt des gesamten Ereignisses.

Meine erste Aufnahme der Serie entstand nach korrigierter Kamerazeit um 19:52:13 Uhr. Die letzte noch vollständig sauber erkannte Sonnenphase stammt von 20:41:04 Uhr. Kurz darauf verschwand die Sichel zunehmend hinter der Landschaft. Als ich die abschliessenden Horizontaufnahmen machte, war die Sonne bereits untergegangen beziehungsweise durch den realen Gelände- und Baumhorizont nicht mehr sichtbar.

Kamera, Objektiv und Aufnahmeserie

Fotografiert habe ich mit einer Canon EOS 700D und einem Tamron SP 70–300 mm F/4–5.6 auf einem Stativ. Für die gefilterten Sonnenaufnahmen verwendete ich 300 mm Brennweite. Der Stativstandort blieb während der gesamten Serie unverändert. Da keine automatische Nachführung vorhanden war und die Sonne bei 300 mm rasch aus dem Bild wanderte, musste ich Azimut und Elevation am Stativkopf schrittweise nachführen und die Sonne immer wieder neu ins Bild setzen.

Gegen Ende nahm das verfügbare Licht stark ab. Ich verlängerte deshalb zunächst die Belichtungszeit und erhöhte später zusätzlich die ISO-Empfindlichkeit. Die letzte saubere Phase G43 wurde beispielsweise mit 1 Sekunde bei f/8 und ISO 400 aufgenommen. In den unmittelbar folgenden, bereits durch die Landschaft verdeckten Reihen stieg die Empfindlichkeit bis ISO 800. Diese Änderungen waren Teil der Aufnahme vor Ort und keine nachträglich erfundene Helligkeitsentwicklung.

Nach der Sonnenserie entfernte ich den Sonnenfilter. Vom gleichen Stativstandort aus fotografierte ich die Landschaft in drei Brennweiten: zuerst 300 mm, dann 104 mm und schliesslich 70 mm. Für jede dieser Horizontansichten entstanden drei unterschiedlich belichtete Bilder. Die 70-mm-Aufnahme lieferte den breiten landschaftlichen Kontext für das Gesamtbild; die engeren Ansichten dienten später als geometrische Brücke.

Insgesamt umfasst die Serie 151 CR2-Dateien von IMG_0291.CR2 bis IMG_0441.CR2. Davon sind 142 gefilterte Sonnenbilder und 9 ungefilterte Horizontbilder. Die Sonnenbilder lassen sich in 48 Aufnahmezeitpunkte gruppieren, die Horizontbilder in drei Reihen zu 300, 104 und 70 mm. Mit Ausnahme der allerersten Sonnenaufnahme bestehen die Zeitpunkte aus Belichtungsreihen mit je drei Aufnahmen.

Warum einfaches Übereinanderlegen nicht funktioniert

In den 300-mm-Bildern sitzt die Sonne absichtlich nicht immer an derselben Pixelposition. Ich hatte sie während der Aufnahme laufend neu zentriert. Der spätere Ort jeder Sonne im 70-mm-Landschaftsbild lässt sich deshalb nicht aus ihrer Position im jeweiligen Telefoto ablesen. Auch die Horizontaufnahme entstand erst nach der gefilterten Serie und mit veränderter Brennweite. Ein blosses Ausrichten nach Augenmass hätte zwar ein gefälliges Bild ergeben können, aber keinen nachvollziehbaren Verlauf.

Für die Montage musste ich zwei voneinander verschiedene Aufgaben lösen. Zuerst brauchte jede Sonnenphase ihren tatsächlichen zeitlichen und astronomischen Ort entlang der Sonnenbahn. Danach musste diese berechnete Bahn in das Koordinatensystem der realen 70-mm-Landschaft übertragen werden. Erst die Verbindung aus Zeitstempeln, Standort, Ephemeriden und fotografischer Registrierung machte aus den Einzelbildern eine kalibrierte Rekonstruktion.

Dabei war eine Einschränkung zentral: Die Aufnahme ist keine durchgehende Mehrfachbelichtung einer unbewegten Kamera. Der Stativstandort blieb gleich, der Kopf wurde für die Sonnenbilder jedoch nachgeführt. Das fertige Bild rekonstruiert daher die Positionen aus den vorhandenen Mess- und Bilddaten. Es behauptet nicht, dass alle Sonnen bereits so auf einem einzigen Sensorbild gelegen hätten.

Korrigierte Zeit und berechnete Sonnenpositionen

Die interne Uhr der Canon war gegenüber der Vergleichszeit um 29,3 Sekunden zu langsam. Aus dem fotografierten Uhrenvergleich wurde deshalb für sämtliche Canon-Zeitstempel dieselbe Korrektur verwendet: reale CEST-Zeit gleich EXIF-Zeit plus 29,3 Sekunden. Die verbleibende Unsicherheit dieses Vergleichs beträgt ungefähr plus/minus 0,5 Sekunden. Es wurde keine Aufnahme individuell zeitlich verschoben.

Aus jeder korrigierten Zeit und den Koordinaten des Standorts berechnete ich anschliessend den topozentrischen Sonnenstand. Verwendet wurden Sonnenazimut, geometrische Höhe, scheinbare Höhe unter Berücksichtigung der atmosphärischen Refraktion, Entfernung und Winkeldurchmesser der Sonne. Der Unterschied zwischen geometrischer und scheinbarer Höhe wird nahe dem Horizont wichtig: Die Atmosphäre hebt das sichtbare Sonnenbild modellabhängig etwas an.

Die reale Höhe des Stativstandorts über Meer war nicht als vermessener Wert belegt. Für die Ephemeridenrechnung wurde deshalb eine neutrale Referenzhöhe von 0 Metern eingesetzt, ohne daraus eine reale Geländehöhe abzuleiten. Die tatsächlich sichtbare Verdeckung durch Bäume und Gelände stammt dagegen direkt aus den Horizontbildern. Damit bleiben ein Modellwert und eine fotografisch beobachtete Kontur sauber getrennt.

Die stärkste von mir fotografierte Bedeckung liegt in Gruppe G21. Das ausgewählte Bild IMG_0351.CR2 entstand nach Zeitkorrektur um 20:19:17,930 Uhr CEST und damit nur rund zehn Sekunden nach dem berechneten Maximum. Die Aufnahmeparameter waren 1/50 Sekunde, f/8, ISO 100 und 300 mm.

Feine orange Sonnensichel bei der stärksten fotografierten Bedeckung
G21 aus IMG_0351.CR2: die stärkste fotografierte Bedeckung um 20:19:17,930 Uhr CEST. Die Sichelform besteht ausschliesslich aus den entwickelten RAW-Pixeln.

Drei Brennweiten als geometrische Brücke

Die 300-mm-Sonnenbilder und das 70-mm-Horizontbild unterscheiden sich im Bildwinkel sehr stark. Um sie zuverlässig miteinander zu verbinden, registrierte ich die Landschaftskante stufenweise: zuerst 300 auf 104 mm und danach 104 auf 70 mm. Verwendet wurde die entfernte Baum- und Geländekante. Stromleitungen, Mast und naher Vordergrund waren für diese eigentliche Anpassung ausgeschlossen und dienten nur als unabhängige Kontrollen.

Die Registrierung suchte eine gemeinsame Ähnlichkeitstransformation aus Skalierung, Drehung und Verschiebung. Bei 300 auf 104 mm lag die gemessene Skalierung praktisch beim nominalen Brennweitenverhältnis. Bei 104 auf 70 mm ergab das Bildmaterial dagegen einen Faktor von 0,699371 statt nominal 0,673077. Das entspricht einer Abweichung von rund plus 3,91 Prozent. Dieser Messwert lag ausserhalb der ursprünglich vorgesehenen Drei-Prozent-Grenze. Ich habe ihn nicht auf einen schöneren Sollwert geklemmt, sondern als datenbasierten Wert übernommen und als systematische Unsicherheit dokumentiert.

Für die absolute Ausrichtung der Sonnenbahn wurden zusätzlich die letzten, teilweise hinter der Landschaft verschwindenden Phasen G44 bis G47 mit der Baumkante der ungefilterten 300-mm-Horizontaufnahme verglichen. Daraus entstand eine einzige globale Kameraausrichtung für die gesamte Bahn. Auch eine mögliche kleine Verstellung beim Entfernen des Filters wurde nur als einheitlicher globaler Versatz behandelt. Es gab keine individuellen Korrekturen, mit denen einzelne Sonnen nachträglich passend geschoben wurden.

Auswahl und RAW-Entwicklung der Sonnenphasen

Die 48 Sonnenzeitpunkte wurden vollständig analysiert. Für jede auswertbare Belichtungsreihe wählte ich genau eine Aufnahme aus. In der letzten Reihe G48 war die Sonne bereits nicht mehr plausibel detektierbar; sie blieb deshalb ohne ausgewähltes Bild. Die drei Belichtungen wurden nicht zu einer künstlichen Scheibe verrechnet, weil schon kleinste Bewegungen zwischen den Bildern Doppelkonturen und weichere Sichelränder erzeugen können. Entscheidend waren eine plausible zusammenhängende Sonnenkontur, Kantenschärfe, Signal gegenüber dem schwarzen Filterhintergrund sowie möglichst wenig Clipping. Die Auswahl beruhte damit auf gemessenen Bildeigenschaften und nicht einfach auf der hellsten Datei.

Für die endgültigen Sonnenpixel wurden die gewählten CR2-Dateien neu als 16-Bit-sRGB entwickelt. Der Kamera-Weissabgleich blieb erhalten, die automatische RAW-Aufhellung war ausdrücklich deaktiviert. Danach wurde für alle Phasen dieselbe dokumentierte Tonwertregel im linearen RGB-Farbraum angewandt. Sie gleicht die stark veränderten Belichtungsbedingungen so weit aus, dass die Sichel in jeder Phase lesbar bleibt, bewahrt aber den gemessenen Farbeindruck. Helle Pixel wurden als kompletter RGB-Vektor begrenzt und nicht kanalweise abgeschnitten; so kippt die Farbe nicht an den hellsten Stellen.

Die schwarze Umgebung des Sonnenfilters wurde über eine gemessene Maske transparent gestellt. Als geometrischer Anker diente nicht der Schwerpunkt der sichtbaren Sichel. Dieser wandert mit der Mondbedeckung und wäre als Sonnenmittelpunkt falsch. Stattdessen wurde der noch sichtbare äussere Sonnenrand robust an einen Kreis angepasst. Dieser Limbusfit bestimmt Mittelpunkt und Radius, ohne die Sichel zu ergänzen oder einen fehlenden Rand zu zeichnen. Die beobachtete Mond-Sonnen-Kontur blieb unverändert.

Als ästhetischen Gegenpol zur feinen Sichel bei G21 habe ich G35 ausgewählt. IMG_0393.CR2 entstand um 20:35:22,830 Uhr CEST mit 0,4 Sekunden, f/8, ISO 100 und 300 mm. Die deutlich wärmere orange-rote Farbe zeigt, wie stark sich Lichtweg und Aufnahmebedingungen in den letzten Minuten verändert hatten.

Warme orange-rote Sonnensichel in einer späten Phase der Finsternis
G35 aus IMG_0393.CR2 um 20:35:22,830 Uhr CEST. Beide Einzelphasen werden mit demselben abgeleiteten Vollscheibenmass gezeigt, damit sich ihre Sichelformen fair vergleichen lassen.

Zwölf Phasen für die Referenz, sieben für die Präsentation

Ursprünglich sollten 14 bis 16 Sonnenphasen in die Montage gelangen. Die kalibrierte Bahn zeigte jedoch, dass die frühesten davon oberhalb des tatsächlich aufgenommenen 70-mm-Bildfelds lagen. Ein grösserer Himmel hätte ergänzt oder erfunden werden müssen. Das kam für eine dokumentarische Montage nicht infrage.

Die massstäbliche Haupt- und Kontrollfassung enthält deshalb zwölf vollständig im realen Bildfeld liegende und nicht überlappende Gruppen: G09, G11, G14, G17, G21, G22, G23, G25, G28, G35, G38 und G43. Der Sonnendurchmesser entspricht hier dem aus Brennweite, Sensorformat und jeweiligem Winkeldurchmesser berechneten Massstab.

Auf einer Website wären diese massstäblichen Sonnen relativ klein. Für die Präsentationsfassung wählte ich daher die sieben Gruppen G09, G14, G21, G23, G28, G35 und G43 und vergrösserte ihren Durchmesser exakt um den Faktor 1,7. Wichtig ist: Die Mittelpunkte sind in beiden Fassungen identisch. Die Präsentationsversion verbessert nur die Erkennbarkeit und gibt sich nicht als massstäbliche Darstellung aus.

Beschriftete Kontrollfassung mit zwölf Phasen, Gruppennummern und korrigierten Uhrzeiten
Die Kontrollfassung macht Auswahl und zeitliche Zuordnung sichtbar. Sie verwendet dieselben zwölf Zentren und denselben 1,0-fachen Massstab wie die dokumentarische Hauptfassung.

Landschaft, Horizont und Stromleitungen

Als Hintergrund verwendete ich genau eine 70-mm-Aufnahme, IMG_0439.CR2. Die drei Horizontbelichtungen wurden nicht zu einem HDR-Bild vermischt. Auf die ausgewählte Aufnahme kam lediglich eine einzige globale Tonwertentwicklung ohne lokale Retusche oder Geometrieänderung.

Die Sonnen wurden im linearen sRGB-Farbraum mit ihren gemessenen Alphamasken eingesetzt. Nach dem Einsetzen wurde die Landschaft innerhalb betroffener Sonnenfelder anhand einer deterministisch aus dem Hintergrund gewonnenen Horizontmaske pixelgenau wiederhergestellt. Dadurch liegen Bäume und Gelände wieder vor der Sonne, wo sie auch in der realen Sichtlinie lagen. Nur die letzte saubere Phase G43 berührt in den freigegebenen Layouts die Landschaft.

Auch die Stromleitungen blieben erhalten. Sie wurden weder entfernt noch neu gezeichnet. Bei G43 lagen die potenziell überdeckten Leitungsbereiche bereits innerhalb der wiederhergestellten Land- und Baumkontur; ausserhalb der Sonnenfelder blieben die Hintergrundpixel ohnehin byteidentisch. Der etwas prosaische Draht gehört damit genauso zur beobachteten Szene wie der spektakuläre Himmel. Dokumentation ist gelegentlich weniger romantisch, dafür ehrlicher.

Drei Fassungen und zwei Einzelphasen

Die Präsentationsfassung am Anfang dieses Beitrags ist für die normale Betrachtung gedacht. Sie zeigt sieben gut sichtbare, 1,7-fach vergrösserte Sonnen auf unveränderten Bahnzentren. Die massstäbliche Fassung darunter ist die dokumentarische Referenz: zwölf Phasen, berechneter Sonnendurchmesser, keine Beschriftung. Die Kontrollfassung ergänzt Gruppennummern und korrigierte Uhrzeiten und macht die zugrunde liegende Auswahl überprüfbar.

Zwölf massstäbliche Phasen der partiellen Sonnenfinsternis über dem unveränderten Horizont
Die massstäbliche Hauptfassung mit zwölf Phasen. Keine Sonne wurde einzeln verschoben; Landschaft und Stromleitungen sind Bestandteil der Aufnahme geblieben.

Die beiden quadratischen Einzelbilder von G21 und G35 dienen nicht der Positionsdokumentation. Sie zeigen die unveränderten RAW-Sicheln in vergleichbarer Grösse: einmal die feinste fotografierte Sichel nahe dem Maximum und einmal eine deutlich wärmere Spätphase. Ihr schwarzer Hintergrund stammt aus der gefilterten Aufnahme und wurde für die Website neutral ausgegeben.

Was das Gesamtbild belegt – und was nicht

Das fertige Bild ist eine fotografisch und astronomisch kalibrierte Rekonstruktion. Direkt fotografiert sind Sonnenpixel, Landschaft, Bäume und Stromleitungen. Berechnet beziehungsweise aus den Bildern abgeleitet sind Zeitkorrektur, Sonnenstände, Mittelpunkte, Massstab und die Übertragung zwischen den Brennweiten. Ebenso nachvollziehbar sind die Auswahl von zwölf beziehungsweise sieben Phasen und die Tatsache, dass ihre Zentren nicht individuell angepasst wurden.

Keine geodätische Vermessung des Standorts oder der sichtbaren Geländekante lag vor. Atmosphärische Refraktion ist besonders nahe am Horizont modellabhängig. Auch Zoomstellung, optische Verzeichnung, Hauptpunkt, Stativkopf und der kurze Wechsel vom Filterbild zur Horizontaufnahme tragen zu einer verbleibenden globalen Positionsunsicherheit bei. Weil die absolute Kalibrierung auf den späten, horizontnahen Phasen beruht, ist diese Unsicherheit bei den früheren Phasen grösser als bei G35 oder G43.

Darum ist die Montage keine Behauptung zentimetergenauer Vermessung. Sie ist die bestmögliche, nachvollziehbare Verbindung meiner Aufnahmen mit ihren Zeit- und Standortdaten sowie einem transparent dokumentierten astronomischen und fotografischen Modell. Ihre Stärke liegt nicht in vorgetäuschter Perfektion, sondern darin, dass jeder wesentliche Schritt erklärbar bleibt: vom festen Stativstandort über die nachgeführte Sonne bis zur letzten Sichel, die hinter dem realen Horizont verschwand.

Technische Zusammenfassung

  • Aufnahmedatum: 12. August 2026
  • Standort: 46,7540° N, 7,6750° E
  • Kamera: Canon EOS 700D
  • Objektiv: Tamron SP 70–300 mm F/4–5.6
  • Material: 151 CR2-Dateien; 142 Sonnenbilder und 9 Horizontbilder
  • Gruppierung: 48 Sonnenzeitpunkte und 3 Horizontreihen
  • Brennweiten: Sonne 300 mm; Horizont 300, 104 und 70 mm
  • Zeitbasis: Canon-Zeit plus 29,3 Sekunden; Unsicherheit ungefähr plus/minus 0,5 Sekunden
  • Berechnete maximale Flächenbedeckung: rund 91,5 Prozent
  • Einzelphasen: G21 um 20:19:17,930 Uhr und G35 um 20:35:22,830 Uhr CEST
  • Endauswahl: 12 massstäbliche Phasen und 7 Präsentationsphasen bei 1,7-fachem Durchmesser
  • Bildgrundsatz: keine erfundenen Phasen, keine phasenspezifischen Verschiebungen, keine Retusche von Landschaft oder Stromleitungen

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